Plauenscher Grund

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Exkursion am 6. Mai 2018

„Am Brunnen vor dem Thore

Da steht ein Lindenbaum“

Wie kaum ein anderer lässt dieser Vers eine altbekannte Melodie in uns erklingen. Wer diese Zeilen wo, wann und wieso überhaupt schrieb, erkundeten wir bei einer kleinen, informativen Wanderung durch den Plauenschen Grund bei Dresden. Doch nicht nur Wilhelm Müller war Thema bei unserem Ausflug, sondern vor allem das Vermächtnis der Familie Bienert, welches seit der Industrialisierung maßgeblich das einst wildromantische Tal prägt.

Denn bis Mitte des 19. Jahrhunderts lockte der Plauensche Grund mit seinen steilen Felsformationen und seinem unvergleichlichen Flair vor allem Romantiker an. Besondere geologische Formationen, seltene Pflanzen und eine vielfältige Tierwelt machten den Landstrich einzigartig.

So fühlten sich u. a. Heinrich Kleist, der Lyriker Wilhelm Müller und der dänische Märchendichter Hans Christian Andersen von der Landschaft im Plauenschen Grund inspiriert. Auch Maler wie Adrian Zingg, Anton Graff, Caspar David Friedrich, Carl August Richter und dessen Sohn, Ludwig Richter, würdigten in ihren Arbeiten die landschaftliche Einzigartigkeit.

 (Quelle: WvD, 2018)

Doch das Tal bot nicht nur bei romantischen Spaziergängen abwechslungsreiche Ausblicke, sondern auch dem Dresdner Hof ein passendes Ambiente für glanzvolle Feste. Ausschweifend wurde z. B. der Geburtstag des russischen Zaren am Fuße des Hohen Steines mit einem Aufzug der Freiberger Bergknappen gefeiert.

Einblicke in die geologische Bedeutung gab uns ein Vertreter des Oberbergamtes Freiberg. So standen wir mit den Füßen im erfrischenden Nass der Weißeritz und ließen den Blick auf den gegenüberliegenden, stillgelegten Ratssteinbruch schweifen. Mit den entsprechenden anschaulichen Erklärung sowie den selbst gefundenen Fossilien am Ratssteinbruch von Heiko Horn war die Schichtung des kalkhaltigen Gesteins Pläner über dem Meißner Monzonit auch für Laien erkennbar und dessen Entstehung gut nachvollziehbar. Astrid Hallex organisierte für die Ausflugsgruppe noch einen kleinen Exkurs, der im wahrsten Sinne des Wortes tief blicken ließ. Hinter den Türen des sogenannten „Eiswurmlagers“ der ehemaligen Brauerrei Felsenkeller befindet sich die Versuchsanlage mit einem unterirdischen Teilchenbeschleuniger. Hier soll von Dresdner Physikern das Innere von Riesensternen simuliert und erforscht werden.

 (Quelle: WvD, 2018)

Volker Schenk und Lisa Hallex beleuchteten im Anschluss an den geologischen und geschichtlichen Teil der Wanderung das noch heute erhaltene und besondere Erbe der lokalen Flora und Fauna. Auf der Aussicht von der Turmspitze am Hohen Stein verschafften wir uns noch einen Überblick über die Ausmaße des Plauenschen Grunds und traten den Rückweg an, um schließlich, mit einem Zwischenstopp am Grab der Familie Bienert, am Müllerbrunnen unseren Rundgang zu beenden.

Ziel unseres Vereins „Wissensvermittlung in der Denkmalpflege e.V.“ ist es, Interessierten eine Kontaktplattform zu bieten, um sich auszutauschen, sich weiterbilden zu können und Hand in Hand zu arbeiten. So soll auch der Gedanke der Jugendbauhütten, einem Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Trägerschaft der interationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd), weitergetragen und gefördert werden.

Kontakt: info@denkmal-wissen.de

(Lisa Hallex, Stand: Mai 2018)

 

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