Dresden 1960er 70er Jahre

Verschönerung der Wohnkultur?

Dresdener Baukultur der 1960er und 1970er Jahre

17. Juni 2017

Die umfassende Industrialisierung des Bauwesens in der DDR ab Ende der 1950er Jahre führte zu einem gänzlich neuen Erscheinungsbild der Architekturproduktion. Die auf typisierten Elementen beruhenden Bauten und Komplexe hatten ästhetisch nur noch wenige Parallelen zu dem Anfang der 1950er Jahre entstanden Bauten im Sinne der „Nationalen Tradition“. Die Industrialisierung brachte neben einem neuen Erscheinungsbild auch zahlreiche Vorteile mit sich. Durch die schnellere Arbeitsweise sah man sich in der Lage, effektiver die damaligen drängenden sozialen und wirtschaftlichen Probleme anzugehen. Hinzu kam, dass Dresden nunmehr als „sozialistische Großstadt“ erstehen sollte. Charakteristische und qualitätsvolle Bauten dieser Zeit finden sich auch (noch) im Innenstadtbereich. 

 (Mikrokosmos von Roswitha Oehme-Heintze, WvD, 2017)

Nachdem uns bereits in Juni 2016 Martin Neubacher vom Lehrstuhl Baugeschichte der Fakultät Architektur der TU Dresden in die Bauepoche Dresdens der 1950er und 60er einführte, beschäftigte uns dieses Jahr die Zeit der 1960er und 70er Jahre. Insbesondere die Bebauung am Prinaischen Platz und des Robotron Geländes. Dabei zeigte Martin Neubacher gut nachvollziehbar die Entwicklung des Gebietes seit der Kriegszerstörung, über die erste Aufbauphase auf der Grunaer Straße der 1950er Jahre, bis hin zur Entwicklung des Robotronkomplexes und seiner heutigen Veränderung. Doch nicht nur die rein baulichen Anlagen waren dabei von Interesse, sondern auch das Kunstverständnis, sowie die „Bekunstung“ der Gebäude jener Zeit. Künstler wie Roswitha Oehme-Heintze, Eberhard Wolf, Friedrich Kracht und Siegfried Schad gestalten die Gebäude sowohl äußerlich als auch innerlich.

Mit der beginnenden Umgestaltung des Geländes verschwand auch ein Teil der Kunst. Es wird sich in den nächsten Jahren zeigen, wie mit dem noch bestehenden Kunst- und Kulturgut verfahren wird.

Zum Abschluss der Führung entstand noch eine angenehme Diskussion über den Wandel des Geländes mit sehr interessanten Denkansetzen.

(Lisa Hallex, Martin Kollna, Stand, Juni2017)

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